20101101

Das Kreativzentrum Mathildenhöhe

KreativzentrumDie Stadt Darmstadt bewirbt sich mit der Künstlerkolonie Mathildenhöhe und seinem weltbekannten Jugenstilensemble um die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe. Diese begrüßenswerte Bewerbung könnte der erste Schritt sein, um die Mathildenhöhe als interdisziplinären Designstandort weiterzuentwickeln.

Übergreifende Design-Einrichtung von Weltrang
Die bestehende Architektur-, Medien- und Design-Hochschule in Darmstadt muss weitergedacht werden. Auf dem Osthang der Mathildenhöhe empfiehlt sich z. B. die Errichtung einer übergreifenden Design-Einrichtung nach dem Vorbild der "Citi du Design" in St.Etienne/Frankreich (bzw. der Essener Designstadt "Zollvereingelände", der interdisziplinären Design-Einrichtung "Disseny Hub" in Barcelona oder auch des PDC in L.A.). Auch ein "Kreativpark" für die Kreativwirtschaft wäre denkbar (s. z. B. "Alter Schlachthof" in Karlsruhe, Heyne-Fabrik, Offenbach oder Wacker-Fabrik, Mühltal). Hier müssen sich die Disziplinen Architektur, Kommunikation, Forschung, Gewerbe und Lehre zum Thema Formgebung in einem Kreativquartier verbinden. Auch ein Designhotel mit dem Thema "Jugendstil" wäre im Umfeld der Mathildenhöhe denkbar. Als weiteres wäre am brachliegenden Osthang eine Open-Air-Bühne für kulturelle Veranstaltungen vorstellbar. Mit einer Aufwertung Darmstadts als "Stadt des Designs" würde zudem die Möglichkeit bestehen, sich um den Titel "UNESCO City of Design" zu bewerben und sich dann mit dem UNESCO-Programm "Creative Cities Network" mit anderen kreativen Städten zu vernetzen. Dies könnte z. B. auch der erste Schritt sein, für eine Bewerbung Darmstadts als Kulturhauptstadt Europas.

Jugendstilensemble Mathildenhöhe als "Stadtmarke"
Insgesamt gesehen muss Darmstadt das Alleinstellungsmerkmal "Jugendstilensemble Mathildenhöhe" besser vermarkten - ähnlich wie z. B. die Stadtmarke "City of Architecture and Design" in Glasgow - und damit keinen Schwerpunkt mehr auf das austauschbare Merkmal "Wissenschaftsstadt" legen. Darüber hinaus ist eine weitergehende Vernetzung des Designbegriffes in der Stadt denkbar: So könnte im Konferenzzentrum Darmstadtium ein regelmäßiges  internationales Treffen zu diesem Thema etabliert werden - ähnlich dem "World Design Forum" in Eindhoven.

Alle Angaben ohne Gewähr.  qs

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